Tätigkeitsbericht 2015

Liebe Sponsoren,

Sunbeam wird (vielleicht) international, denn in diesem Jahr wurde ich u.a. von Chelsea und Chris aus New Castle und Edinburgh begleitet, die das Projekt überzeugend fanden und die eine Art Zweigstelle in England/Schottland gründen wollen. Chelsea brachte einen großen Koffer mit Büchern aus ihrer eigenen Schulzeit mit und übergab diese der Schule. Sie werden in der neu geplanten Bibliothek Platz finden, zusammen mit den gesendeten Büchern und Unterrichtsmaterialien der Reinfelder-Schule, Helen-Keller-Schule und Biesalski-Schule. Die Bibliothek und der Leseraum werden durch den Leseclub betreut, der vor einem Jahr gegründet wurde und der regelmäßig Lesewettbewerbe, auch mit anderen Schulen organisiert. Natürlich profitieren auch alle anderen Clubs (Debattier-, Französisch-, Mathe & Wissenschaften-, Musik & Drama sowie Scouts & Guidesclub) von Materialien.

Die wichtigste Nachricht ist, dass bei Bohrungen auf dem Schulgelände eine Wasserader gefunden wurde. Bisher wurde die Wasserversorgung in Kokrobite ausschließlich über teure Wassertanks und aufgefangenes Regenwasser in hygienisch schlechter Qualität realisiert. Sollte sich die neue Quelle als hygienisch einwandfrei und ergiebig erweisen, würde das einen echten Fortschritt bedeuten. Zudem könnte das Wasser an das Dorf verkauft werden und der Schule so zusätzliche Einnahmen zur Realisierung der Vorhaben bringen. Da die Quelle aber erst während unseres Aufenthaltes gefunden wurde, bleibt es abzuwarten. Dennoch gibt es kleine Veränderungen die die Hygienestandards anheben. So wurde z.B. das kulturell übliche Händewaschen in einer gemeinsamen Schüssel durch Waschen an Tanks mit Hahn abgelöst, so dass Übertragungswege für Krankheiten eingedämmt werden. In diesem Zusammenhang soll auch erwähnt werden, dass ein Erste-Hilfe-Club gegründet wurde, und dass die Schule die Kinder, die in Ermangelung eigener finanzieller Möglichkeiten von ihren Eltern krank zur Schule geschickt werden, auf eigene Kosten zu Checkups zum Arzt bringt. Krankenversicherungen sind nicht üblich.

Im letzten Jahr gab es staatliche Kontrollen bezüglich Management und Qualität, bei denen der Sunbeam-Schule hohe Standards bescheinigt wurden. Vielen Abgängern bleibt aufgrund der finanziellen Umstände eine weiterführende Schule oder sonstige Ausbildung versagt. Daher gibt es erste Gespräche zwischen Schulbehörde und Sunbeam-Schule über die Einrichtung einer Berufsschule für verschiedene Berufe (3-jährige Ausbildung) am Schulstandort. Sollte das in den nächsten Jahren realisiert werden, könnten wir dann auch „unseren Kindern“ diese weiterführende Ausbildung finanzieren.

Wesentliche Punkte der diesjährigen Meetings waren die Qualität des Schulessens (das von befragten Eltern und Schülern als gut eingeschätzt wurde) und Lehreraus- und -weiterbildung. Zurzeit finden einmal monatlich Lehrerweiterbildungen in den Fachbereichen und zusätzlich einmal monatlich Supervisionen statt.

Ein besonderer Punkt unserer Gespräche war das Thema Praktikum/Volontariat. Leider entscheiden sich aufgrund der Ebolaverbreitung junge Menschen kaum für ein Praktikum in Westafrika, obwohl Ghana davon nicht betroffen ist. Die Lehrerin Grace Kwawu, hat die Aufgabe der Betreuung von Praktikanten übernommen. Gemeinsam haben wir ihre Aufgaben definiert, um sicherzustellen, dass sich die jungen Menschen schnell wohl und sicher in der doch sehr fremden Welt fühlen können. Ebenso haben wir uns darüber geeinigt, dass die Hauptaufgabe der Praktikanten in der Anfangszeit die Betreuung der neu gebildeten Hausaufgabengruppen sein wird.

Häufig werde ich von Sponsoren gefragt, ob ihr Geld beim richtigen Kind ankommt, da manchmal abweichende Namen auf den Unterlagen stehen. Dazu muss man wissen, dass Namen in Ghana aus vielen Teilen bestehen und nach Lust und Laune der Kinder, der Eltern und Freunde verkürzt oder ausgetauscht werden. Hier ein Beispiel: Es gibt in der Regel einen Ga-Namen in der Geschwisterreihe z.B. Darku (Erstgeborener), dann den Namen für den Wochentag, an dem das Kind geboren wurde z.B. Kofi, dann einen Namen, der der Mutter gefällt, z.B. James, dann einen Namen der der Religion entspricht z.B. Abubakar, ggf. gefolgt von Nii, das das Verwandtschaftsverhältnis zur Königsfamilie anzeigt, und es fehlen noch die Zugehörigkeiten zur Mutter z.B. Lampty und zum Vater z.B. Amartey.

Das Beispielkind heißt also: Darku Kofi James Abubakar Nii Lamptey Amartey,

da es aber vielleicht als Kleinkind Bewegungen seines Großvaters imitiert hat wurde es von allen in der Familie Daddy Kpa gerufen, in der Schule aber von seinen Mitschülern Abu (Abkürzung von Abubakar). Auch wenn das zunächst verwirrend ist, klappt es doch immer relativ leicht, das richtige Kind zu identifizieren und anhand der jährlichen Fotos kann man das ja auch nachverfolgen.

An dieser Stelle möchte ich Sie wieder einladen weitere Informationen, die Berichte der Mitreisenden, neue Fotos und Videos auf unserer Webseite anzuschauen.

Wie immer bitte ich Sie an dieser Stelle um Zusendung Ihrer Mail-Adressen für eine schnelle Kommunikation (unsererseits natürlich beschränkt auf ein Mindestmaß).

Ich fliege wieder am 19.03.2016 nach Ghana und bitte Sie, die 200,-Euro bis spätestens zum 05.03.2016 zu überweisen.

Herzlichen Dank an alle die uns unterstützen und liebe Grüße

Karola Slany (Vereinsvorsitzende)

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